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Der Weddinger Ringerverein Berlin 09 e.V. im Porträt

AI: Eine Trainingsgruppe unterhält sich nach dem Ringen. AI
AI · Generierte Szene im fotorealistischen Stil, keine Vereinsaufnahme.

Profil des Weddinger Ringervereins Berlin 09 e.V.: Sportangebot, Einordnung im Berliner Ringsport und was den Verein im Stadtteil Wedding ausmacht.

Der Weddinger Ringerverein Berlin 09 e.V. ist ein Sportverein im Berliner Ortsteil Wedding, der das olympische Ringen in beiden Wettkampfstilen anbietet – Freistil und griechisch-römisch. Das Angebot richtet sich nach Vereinsangaben an alle Altersklassen, von Kindergruppen über Jugendliche bis zu erwachsenen Ringerinnen und Ringern, und umfasst sowohl den Breitensport als auch den Leistungsbereich.

Ein Ringerverein im Wedding

Der Wedding liegt im Bezirk Mitte, nördlich der Spree, und ist einer der dichtest besiedelten Teile Berlins. Ringen hat in solchen Stadtteilen eine lange Tradition: Der Sport braucht wenig Fläche, keine teure Ausrüstung und funktioniert über Altersgrenzen und Sprachen hinweg, weil das Wesentliche auf der Matte gezeigt und nicht erklärt wird. Für einen Verein in dieser Lage ist das keine Nebensache, sondern der Grund, warum er überhaupt Zulauf hat.

Zahlen im Vereinsnamen sind im deutschen Sport eine alte Konvention: Sie stehen üblicherweise für das Gründungsjahr und stammen aus einer Zeit, in der sich in derselben Stadt mehrere Vereine mit ähnlichen Namen gegenüberstanden. In Berlin fällt diese Phase mit dem Aufstieg der Schwerathletik zusammen – Ringen, Gewichtheben und Rasenkraftsport waren damals unter einem gemeinsamen Dach organisiert und trennten sich erst später in eigenständige Verbände.

Was der Verein anbietet

Nach eigener Darstellung trainiert der Verein beide olympischen Stile parallel. Das ist keine Selbstverständlichkeit – viele kleinere Vereine konzentrieren sich auf einen davon, weil die Techniken sich deutlich unterscheiden. Im Freistil ist der gesamte Körper Angriffsfläche, Beinangriffe sind erlaubt; im griechisch-römischen Stil ist jeder Griff unterhalb der Gürtellinie verboten, ebenso der aktive Einsatz der Beine. Wer beides lernt, muss zwei verschiedene Bewegungslogiken beherrschen.

Zum Angebot zählen daneben Einführungs- und Freizeitangebote sowie die Nachwuchsarbeit. Genannt wird außerdem ein Leistungssportbereich mit dem Ziel, Talente zu fördern und Wettbewerbe zu gewinnen. Trainerinnen und Trainer mit Übungsleiterqualifikation führen die Gruppen.

Einordnung im deutschen Ringsport

Vereine wie dieser sind Teil einer klar gegliederten Struktur. Über den Vereinen stehen neunzehn Landesverbände, für Berlin der Berliner Ringer-Verband; über den Landesverbänden der Deutsche Ringer-Bund als Dachverband, der wiederum Mitglied im Weltverband United World Wrestling ist. Diese Kette entscheidet praktisch alles, was über das wöchentliche Training hinausgeht: Wer einen Ringerpass besitzt, in welcher Liga eine Mannschaft startet, welche Regeln bei einem Turnier gelten.

Nach einer Bestandserhebung des Deutschen Olympischen Sportbundes boten im Jahr 2021 bundesweit rund 440 Vereine Ringen an. Das ist, gemessen an Fußball oder Turnen, eine kleine Zahl – und sie erklärt, warum Ringervereine regional ungleich verteilt sind. In Baden-Württemberg und der Pfalz gibt es Orte mit mehreren Vereinen und einer eigenen Zuschauerkultur, in anderen Bundesländern liegen zwischen zwei Vereinen hundert Kilometer.

Der sportliche Rahmen

AI: Ein Trainer erklärt zwei Erwachsenen eine Ringerposition.AI
AI · Generierte Szene im fotorealistischen Stil, keine Vereinsaufnahme.

Wettkämpfe im Ringen folgen dem Reglement des Weltverbands. Ein Kampf der Erwachsenen dauert zwei Runden zu drei Minuten mit dreißig Sekunden Pause; gewonnen wird durch Schultersieg, durch technische Überlegenheit bei acht Punkten Vorsprung im griechisch-römischen und zehn im freien Stil, oder nach Punkten am Ende der regulären Zeit. Auf Vereinsebene kommen Mannschaftskämpfe hinzu, bei denen die Einzelergebnisse mehrerer Gewichtsklassen zu einem Mannschaftsergebnis addiert werden.

Für den Einstieg spielt all das zunächst keine Rolle. Wer sich für den Sport interessiert, beginnt im Training, lernt Fallen und Positionen, und entscheidet erst nach Monaten, ob ein Wettkampf überhaupt in Frage kommt. Ein großer Teil der Mitglieder in deutschen Ringervereinen tritt nie bei einem Turnier an.

Vereinsleben jenseits der Matte

Ein Ringerverein besteht nicht nur aus Trainingseinheiten. Mannschaftskämpfe müssen ausgerichtet werden, was Kampfrichter, Waagepersonal und eine aufgebaute Mattenfläche voraussetzt. Turnierfahrten werden organisiert, Ringerpässe beantragt und verlängert, Startgenehmigungen beim Landesverband eingeholt. Der größte Teil dieser Arbeit ist ehrenamtlich und für Außenstehende unsichtbar.

Sichtbar wird sie an einem Punkt: Ein Verein, der regelmäßig Wettkämpfe ausrichtet, hat genügend aktive Mitglieder, um eine Mannschaft zu besetzen – im Ringen mehrere Gewichtsklassen gleichzeitig. Vereine, die das nicht schaffen, bilden Startgemeinschaften mit Nachbarvereinen. Diese Konstruktion ist im deutschen Ringsport verbreitet und für den Trainingsbetrieb der einzelnen Gruppe ohne Folgen.

Häufige Fragen

Welche Ringkampfstile bietet der Weddinger Ringerverein an?

Nach den Angaben des Vereins werden beide olympischen Stile trainiert: Freistil und griechisch-römisch. Das ist bei kleineren Vereinen nicht selbstverständlich, weil beide Stile eigene Technikrepertoires verlangen und getrennt geübt werden müssen.

Für welche Altersgruppen ist der Verein offen?

Das veröffentlichte Angebot reicht vom Kindertraining bis zu erwachsenen Ringerinnen und Ringern und umfasst Breitensport ebenso wie den Leistungsbereich. Welche Gruppe zu wem passt, hängt von Alter und Vorerfahrung ab und klärt sich beim ersten Kontakt.

Wo im Berliner Stadtgebiet liegt der Verein?

Der Verein ist im Ortsteil Wedding im Bezirk Mitte angesiedelt. Der Trainingsort wird in der Berichterstattung unter dem Namen „Tempel der Löwen“ geführt.

In welche Verbandsstruktur ist ein Berliner Ringerverein eingebunden?

Über dem Verein steht der Berliner Ringer-Verband als zuständiger Landesverband, darüber der Deutsche Ringer-Bund und international United World Wrestling. Diese Kette regelt Ringerpass, Startrechte und das Regelwerk.

Braucht es Vorerfahrung, um in einem Ringerverein anzufangen?

Nein. Der Einstieg beginnt mit Fallen, Rollen und einfachen Positionen, angeleitet von Übungsleitern und mit einem erfahrenen Partner, der die Intensität steuert. Gekämpft wird beim ersten Besuch nicht.