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Ringen für Mädchen und Frauen: Regeln, Gewichtsklassen und der Einstieg

Frauenringen folgt den Freistil-Regeln, verbietet aber den Doppelnelson. Olympisch seit 2004, WM seit 1987 – Einstieg in jedem Alter.

Ringen für Mädchen und Frauen ist kein Nebenzweig des Sports, sondern eine eigene olympische Disziplin mit eigener Geschichte. Weltmeisterschaften gibt es seit 1987, ins olympische Programm kam der Wettbewerb 2004 in Athen – zunächst mit vier Gewichtsklassen, heute sind es sechs. Dass er dabei jünger ist als die beiden Männerwettbewerbe, erklärt einen Teil der Vorbehalte, die sich hartnäckig halten.

1987Erste Weltmeisterschaft
2004Olympisches Debüt in Athen
6Olympische Gewichtsklassen

Frauenringen folgt dem Freistil – mit einer Ausnahme

Gerungen wird nach den Freistil-Regeln. Der ganze Körper ist Angriffsfläche, Beine dürfen gefasst werden, Beinstellen ist erlaubt, und die eigenen Beine dürfen aktiv eingesetzt werden. Wertung, Kampfdauer und Siegbedingungen sind identisch: zwei Perioden mit dreißig Sekunden Pause, Punkte in Stufen von einem bis fünf, technische Überlegenheit bei zehn Punkten Vorsprung.

Eine einzige Regel unterscheidet die Wettbewerbe: Der Doppelnelson ist im Frauenringen verboten. Bei diesem Griff werden beide Arme von unten durch die Achseln des Gegenübers geführt und die Hände im Nacken verschränkt, um den Kopf nach vorn zu drücken.

Der Schultersieg gilt unverändert. Beide Schultern müssen so lange auf der Matte gehalten werden, dass der Kampfrichter die vollständige Kontrolle über die Position bestätigen kann – ein kurzes Aufsetzen genügt nicht.

Die Gewichtsklassen im Frauenringen

Bei Senioren, U23 und U20 gibt es zehn Klassen: 50, 53, 55, 57, 59, 62, 65, 68, 72 und 76 Kilogramm. Für das olympische Programm bleiben davon sechs übrig – 50, 53, 57, 62, 68 und 76 Kilogramm.

Im Nachwuchs sind die Abstände enger. In der U15 reichen sie von der Spanne 29 bis 33 Kilogramm bis zu 66 Kilogramm, in der U17 von 36 bis 40 Kilogramm bis zu 73 Kilogramm. Die unterste Klasse ist jeweils als Spanne angegeben, alle weiteren als Obergrenze.

Was Mädchen beim Einstieg erwartet

AI: Eine neue Teilnehmerin wird begrüßt.AI
AI · Generierte Szene im fotorealistischen Stil, keine Vereinsaufnahme.

In vielen Vereinen trainieren Kinder bis etwa zum Beginn der Pubertät gemeinsam, unabhängig vom Geschlecht, und werden nach Körpergröße und Können gepaart statt nach Wettkampfklasse. Das hat einen praktischen Grund: Die Grundlagen sind identisch, und die Gruppen wären sonst vielerorts zu klein.

Die erste Einheit besteht selten aus einem Kampf. Am Anfang steht die Fallschule – wie man landet, ohne sich zu verletzen –, danach kommen einzelne Positionen und Technikreihen. Mitzubringen sind bequeme Sportkleidung und Hallenschuhe; Ringerschuhe und Wettkampftrikot werden erst relevant, wenn Wettkämpfe tatsächlich anstehen.

Von der ersten WM bis zu sechs olympischen Klassen

Die Entwicklung verlief in großen Schritten und mit langen Pausen dazwischen. Die erste Weltmeisterschaft im Frauenringen fand 1987 statt – zu einem Zeitpunkt, als der Wettbewerb international noch kaum organisiert war. Bis zur Aufnahme ins olympische Programm vergingen weitere siebzehn Jahre.

In Athen 2004 traten Ringerinnen aus 21 Ländern in vier Gewichtsklassen an: 48, 55, 63 und 72 Kilogramm. Die ersten olympischen Titel gingen nach Japan, in die Ukraine und nach China. Erst später zog der Weltverband mit Blick auf die Gleichbehandlung der Wettbewerbe nach und erhöhte von vier auf sechs olympische Klassen – dieselbe Zahl, die auch für Freistil und griechisch-römisches Ringen bei den Männern gilt.

Wogegen der Sport immer noch anläuft

Die Vorbehalte gegen Ringen für Mädchen sind meist dieselben und meist leicht auszuräumen.

Der häufigste betrifft die Verletzungsgefahr. Tatsächlich gehört der Umgang mit dem Fallen zum Ersten, was gelehrt wird, und es gibt weder Schläge noch Tritte – das Regelwerk untersagt jede Handlung, die Gelenke über ihren Bewegungsraum hinaus belastet oder die Atemwege gefährdet.

Der zweite betrifft die Körperlichkeit des Sports. Sie lässt sich nicht wegdiskutieren: Ringen ist dauerhafter Körperkontakt. Genau darin liegt für viele Trainerinnen und Trainer aber der Wert für Mädchen – der Sport vermittelt sehr direkt, wie viel Kraft der eigene Körper aufbringen kann und wie man sich aus einer unterlegenen Position befreit.

Der dritte ist schlicht Sichtbarkeit. Wer keine ringenden Frauen kennt, kommt selten auf die Idee, es zu versuchen. Die Namen sind da – Japan, die Ukraine und China gewannen die ersten olympischen Titel 2004 –, nur stehen sie selten in der Zeitung.

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Wie ein Kampf im Einzelnen gewertet wird, steht in den Regeln; die Technik des Stils, dem das Frauenringen folgt, ist auf der Seite zum Freistilringen beschrieben. Eine Übersicht aller Gewichtsklassen über beide Stile und alle Altersklassen gibt es ebenfalls separat.

Häufige Fragen

Nach welchen Regeln ringen Frauen?

Frauenringen folgt dem Freistil mit einer Ausnahme: Der Doppelnelson ist verboten, während die übrigen Freistil-Regeln unverändert gelten.

Gibt es eigene Gewichtsklassen im Frauenringen?

Ja, eine eigene Einteilung mit zehn Klassen bei den Senioren. Für Olympische Spiele wird daraus eine kleinere Auswahl bestimmt.

Ab wann ist Frauenringen olympisch?

Frauenringen kam nach der ersten Weltmeisterschaft schrittweise ins Programm und wird heute in sechs olympischen Klassen ausgetragen.

Was erwartet Mädchen beim Einstieg?

Derselbe Aufbau wie bei allen Anfängern: Fallen, Rollen und einfache Positionen mit einem erfahrenen Partner. In vielen Vereinen trainieren die Altersgruppen gemischt, bis der Wettkampfbetrieb trennt.

Womit hat der Sport noch zu kämpfen?

Mit Sichtbarkeit. Die Zahl der Aktiven wächst, die Berichterstattung folgt langsamer – gerade im Nachwuchs entscheidet oft, ob überhaupt eine Gruppe in erreichbarer Nähe existiert.