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Ringsport

Ringsport: die Regeln, die Stilarten Freistil und griechisch-römisch

AI: Zwei Ringer im stehenden Griff auf einer Ringermatte. AI
AI · Generierte Szene im fotorealistischen Stil, keine Vereinsaufnahme.

Was den Ringsport ausmacht: die olympischen Stilarten Freistil und griechisch-römisch, die Regeln auf der Matte und wie ein Kampf gewertet wird.

Ringen gehört zu den ältesten Wettkampfformen überhaupt und war bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 bereits dabei. Der Ringsport verlangt gleichzeitig Kraft, Technik, Gleichgewichtssinn und die Fähigkeit, den nächsten Zug des Gegenübers vorwegzunehmen – eine Kombination, die ihn schwer erlernbar und für Zuschauer nicht immer sofort lesbar macht. Diese Seite ordnet die Grundlagen: Freistil und griechisch-römisches Ringen als die beiden olympischen Stilarten, die wichtigsten Regeln im Ringsport und das, was auf der Matte tatsächlich passiert.

1896Bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit dabei
2Olympische Stilarten: Freistil und Greco
9 mDurchmesser der Wettkampffläche

Was den Ringsport von anderen Zweikampfsportarten unterscheidet

Anders als in den Schlagsportarten gibt es im Ringen keinen Treffer. Es gibt nur Positionen, Kontrolle und den Übergang von einer Lage in die nächste. Ein Kampf wird nicht dadurch entschieden, dass jemand härter zuschlägt, sondern dadurch, dass jemand den Schwerpunkt des anderen früher findet.

Daraus folgt eine Eigenheit, die den Ringsport prägt: Größe und Reichweite helfen weniger als in den meisten anderen Zweikampfsportarten. Wer tiefer steht, besser verankert ist und den Hebel früher ansetzt, gewinnt gegen den athletischeren Gegner. Genau deshalb gilt Ringen als Grundlagensportart – Judoka, Sambo-Kämpfer und Athleten aus dem Mixed-Martial-Arts-Bereich trainieren die Ringer-Grundlagen mit.

Zwei Stilarten: Freistil und griechisch-römisches Ringen

Olympisch ausgetragen werden zwei Stilarten, und der Unterschied zwischen ihnen ist eine einzige Regel mit großer Wirkung.

Freistil

Im Freistil ist der ganze Körper Angriffsfläche. Beine dürfen gegriffen werden, es darf beingestellt werden, und die eigenen Beine dürfen aktiv eingesetzt werden – etwa als Hebel, um einen am Boden liegenden Gegner zu drehen. Das führt zu tiefen Angriffen auf die Beine und zu einem schnellen, weiten Bewegungsbild.

Griechisch-römisch

Im griechisch-römischen Ringen, in Fachkreisen kurz Greco, ist all das untersagt. Kein Griff unterhalb der Gürtellinie, kein Beinstellen, kein aktiver Beineinsatz. Was bleibt, ist die Arbeit am Oberkörper – und weil der Weg nach unten versperrt ist, entstehen hier die spektakulären Würfe über die Schulter und die Hüfte, für die der Ringsport bekannt ist.

Frauenringen folgt den Freistil-Regeln, verbietet allerdings den Doppelnelson.

Die Regeln im Ringsport in Kürze: Matte, Zeit und Wertung

Gerungen wird auf einem Kreis von neun Metern Durchmesser, dessen innere Kampffläche sieben Meter misst. Dazwischen liegt ein orangefarbener Streifen von einem Meter Breite, die Passivitätszone.

Ein Kampf besteht aus zwei Perioden mit dreißig Sekunden Pause: drei Minuten je Periode bei Senioren, U23 und U20, zwei Minuten bei U15, U17 und Veteranen. Gewertet wird in Stufen von einem, zwei, vier und fünf Punkten, je nachdem, wie viel Kontrolle eine Aktion herstellt und über welche Flughöhe der Gegner dabei bewegt wird. Fünf Punkte, die Höchstwertung, bleiben dem Großamplitudenwurf aus dem Stand vorbehalten.

Vorzeitig endet ein Kampf durch Schultersieg oder durch technische Überlegenheit – acht Punkte Vorsprung im griechisch-römischen Stil, zehn im Freistil. Die vollständigen Regeln im Ringsport samt Punktwerten und verbotenen Griffen sind auf einer eigenen Seite aufgeschlüsselt.

Gewichtsklassen halten die Kämpfe vergleichbar

Weil im Ringsport der Körperkontakt dauerhaft und die Hebelwirkung entscheidend ist, wird streng nach Gewicht getrennt. Bei den Senioren gibt es zehn Klassen je Stilart, von 57 bis 125 Kilogramm im Freistil und von 55 bis 130 Kilogramm im griechisch-römischen Ringen. Der Ringsport in Deutschland folgt dabei denselben Klassen wie der internationale Wettkampf; im olympischen Programm sind es jeweils sechs. Im Nachwuchs sind die Abstände enger, damit Kinder und Jugendliche gegen tatsächlich vergleichbare Gegner antreten.

Wie der Ringsport trainiert wird

AI: Ein Trainer zeigt zwei Erwachsenen eine tiefe Ringerposition.
AI · Illustrative Trainingsszene, keine Vereinsaufnahme.

Ein Training besteht selten nur aus Kämpfen. Den größten Anteil nehmen Technikreihen ein, in denen einzelne Griffe hundertfach wiederholt werden, bis die Bewegung ohne Nachdenken abläuft. Dazu kommen Fallschule, Brückentraining für die Nackenmuskulatur, Kraftarbeit mit dem eigenen Körpergewicht und erst am Ende der freie Kampf.

Für den Einstieg spricht, dass die Grundlagen ohne Ausrüstung erlernbar sind und dass Kinder wie Erwachsene mit derselben Fallschule beginnen. Wer wissen möchte, wie eine erste Einheit abläuft und was mitzubringen ist, findet das auf der Trainingsseite.

Ringsport in Deutschland und in Berlin

Der Ringsport in Deutschland ist über den Deutschen Ringer-Bund und neunzehn Landesverbände organisiert, darunter der Berliner Ringer-Verband. Unterhalb der Bundesliga existiert ein dichtes Netz aus Regional- und Landesligen, und in vielen Städten sind die Vereine die eigentlichen Träger des Sports – auch dort, wo er öffentlich kaum sichtbar ist.

Häufige Fragen

Was unterscheidet Ringen von anderen Zweikampfsportarten?

Im Ringsport gibt es keinen Treffer. Gewertet werden Positionen, Kontrolle und der Übergang von einer Lage in die nächste. Entschieden wird ein Kampf nicht durch Härte, sondern dadurch, wer den Schwerpunkt des anderen früher findet.

Welche zwei Stilarten gibt es im Ringsport?

Freistil und griechisch-römisches Ringen. Im Freistil ist der gesamte Körper Angriffsfläche und Beinangriffe sind erlaubt; im griechisch-römischen Stil ist jeder Griff unterhalb der Gürtellinie verboten, ebenso der aktive Einsatz der Beine.

Wie lange dauert ein Ringkampf?

Bei den Erwachsenen zwei Perioden zu drei Minuten mit dreißig Sekunden Pause. In den Altersklassen bis U17 und bei den Veteranen sind es zwei Perioden zu zwei Minuten.

Wie endet ein Kampf vorzeitig?

Durch Schultersieg, wenn beide Schulterblätter gleichzeitig kontrolliert den Boden berühren, oder durch technische Überlegenheit: acht Punkte Vorsprung im griechisch-römischen Stil, zehn im Freistil.

Ist Ringen als Einstiegssport geeignet?

Der Einstieg verlangt keine Vorerfahrung, weil er mit Fallen, Rollen und einfachen Positionen beginnt. Konditionell gehört Ringen allerdings zu den härtesten olympischen Sportarten, weil nahezu jede Muskelgruppe gleichzeitig belastet wird.