Ringen verbindet Kunst und Sport für ein buntes Berlin

Das Licht der Bewegung – Ringen verbindet Kunst und Sport für ein buntes Berlin

Wir haben dieses Jahr im Rahmen unserer Vereinsinitiative „Integration macht Stark“ das Kunstprojekt „Das Licht der Bewegung“ ins Leben gerufen. Dabei möchten wir den Sport, insbesondere den Ringersport mit der Kunst in Berührung bringen. Wir möchten mit dieser Initiative die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft und die Mannigfaltigkeit des Ringens kunstvoll darstellen. Hierfür versuchen wir Künstler aller Stilrichtungen für ein gemeinsames Kunstprojekt zu überzeugen. Wir wollen mit Hilfe der Kunst beweisen, wie facettenreich der Ringersport ist und gleichzeitig die Chancen einer multikulturellen Gesellschaft aufzeigen.

Die Kunstwerke die aus diesem Projekt hervorgehen werden, sollen vom Sport, bzw. vom Ringersport und vom kulturellen Reichtum unserer Gesellschaft, insbesondere die von Berlin, inspiriert sein. Demnach soll durch die Kunst eine Symbiose zwischen dem Berliner Bezirk Wedding, die Chance der kulturellen Vielfalt und die Sportart Ringen hergestellt werden. Aus dem Projekt soll eine vielseitige und zahlreiche Kunstsammlung entstehen, die aus unterschiedlichen Gattungen hervorgeht, um sie später in einer Ausstellung zu präsentieren. Werke aus den Bereichen Film, Musik, Theater, Malerei, Literatur, Tanz, Fotografie, Bildhauerei u.ä. Kunstrichtungen die Bezug auf die angestrebten Ziele aufweisen, sollen für eine kulturelle Bereicherung sorgen.

Starkes Miteinander formt den Charakter

Wir sind der Überzeugung, dass diese Initiative bei unseren Mitgliedern ein weltoffenes Denken fördern wird. Es ermöglicht den Kindern und Jugendlichen sich nicht nur sportlich, sondern auch geistig einzubringen. Zudem erleben die teilnehmenden Vereinsmitglieder dadurch kulturelle Teilhabe und werden je nach Kunstprojekt die Möglichkeit haben, die Ergebnisse vor einem Publikum zu präsentieren, womit sie auch soziale Anerkennung verspüren werden.

Außerdem hat die Aktion den Charakter einer gesellschaftlichen Botschaft.  Als Verein streben wir für ein faires Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft. Es ist wichtig unseren sozialen Beitrag dazu zu leisten, um gleiche Startmöglichkeiten für Alle zu ermöglichen. Ethnische Minderheiten innerhalb einer Gesellschaft erhalten nicht immer die verdiente Anerkennung. Aber wenn man bereit für eine Annäherung ist, so kann man die Chance ergreifen gemeinsam etwas Außergewöhnliches zu entdecken oder zu erschaffen. Wir sind verpflichtet, Diskriminierung aus unserer Gesellschaft auszuradieren. Deshalb gehen wir unterschiedliche Wege, um unser Anliegen zu verwirklichen. Darüber hinaus  erhoffen wir durch das Kunstprojekt, dass der Ringkampfsport aus einem anderen Blickwinkel betrachtet wird. Denn der Ringkampf ist eine olympische Disziplin und gleichzeitig eines der ältesten Sportarten. Sie hat in sich unheimlich viel Ästhetik, die in den vergangenen Jahren zu Unrecht übersehen wurde. Ringen ist keineswegs mit Kampfsportarten wie Mixed Martial Arts (MMA) oder Krav Maga zu vergleichen, die darauf ausgerichtet sind den Gegner ernsthaft und sinnlos zu verletzten. Vielmehr geht es darum sportliche Werte, wie Fairplay, Respekt, Freundschaft und Teamgeist zu vermitteln, um dem Gemeinwohl der Gesellschaft zugutezukommen.

Mit Muskeln Kunst schaffen

Eine erste Zusammenarbeit haben wir bereits mit der Berliner Installationskünstlerin Natalia Stachon realisiert. Gemeinsam haben wir am 22. August 2015 ein Kunstprojekt verwirklicht, bei dem 24 Sportler vom Weddinger Ringerverein Berlin 09 e.V. eine große und über 400 Kg schwere Holzkonstruktion trugen, um es in einer geräumigen Halle im Takt zu bewegen. Unter der Führung von einem überaus professionellen Team, wurde eine Kunstinstallation einstudiert und auf Film aufgezeichnet. Die Arbeit mit der Künstlerin und ihrem Team hat super Spaß gemacht, man begegnete sich auf Augenhöhe. Die Installation wird am 7. November in der Loock Galerie im Rahmen der Ausstellung „Omitted Center“ in der Potsdamer Straße 63 gezeigt. Es war auch eine sehr anstrengende Konzeption, vor allem für unsere starken Jungs, die bis zum Ende den freundlichen Regieanweisungen ganz diszipliniert nachgingen. Das künstlerische Ergebnis ermöglicht dem Betrachter daraus seine eigene freie Intention zu interpretieren. Vor allem die im Einklang ausgeführten Bewegungen, seitens unserer Ringer, verleiteten dem ganzen eine sehr intensive und rätselhafte Stimmung. Die gelungene Choreographie, in der aufeinander abgestimmte Muskelmänner sich in Dynamik und Rhythmus übten, führte zu einer ästhetischen Ausdrucksform, die durch ihre Perfektion den Beobachter in deren Bann zog. Es war faszinierend zu beobachten wie die Sportler auf ihren Schultern die Holzkonstruktion in kleinen und langsamen Schritten durch die große Industriehalle hin und her bewegten.

Als Verein haben wir uns sehr gefreut ein Teil dieser sehr interessanten künstlerischen Darbietung gewesen zu sein. Wir bedanken uns bei der Künstlerin Natalia Stachon für ihre sehr freundliche und professionelle Betreuung und wünschen ihr für ihre zukünftige Arbeit viel geistliche Kreativität und Erfolg. Wir würden uns auf weitere Anfragen von Künstlern sehr freuen, um gemeinsam neue Projekte zu verwirklichen.

Die Zeitungsberichte über das stattgefundene Kunstprojekt sind auf unserer Presse Seite abrufbar.